Auf dem Silkstreet Markt in Peking

Als Agneschka behauptete, es sei kein Leder, und, dass sie das beurteilen könne, da sie in einer Leder Firma arbeite, änderten sich die Aussagen prompt. Nicht nur, das der Preis sank. Anstatt ursprünglich 280 Yuan (etwa 30 Euro) für eine Börse zu zahlen, bekam sie nun drei für 100. Doch noch mehr.

Auf einmal sah sie sich umringt von Verkäufern, die ihr lederne Taschen, Börsen und Jacken unter die Nase hielten um sie begutachten zu lassen. Wir staunten nicht schlecht, als wir entdeckten, dass die Verkäufer anscheinend selber geglaubt hatten, hier Originalware für einen Bruchteil des eigentlichen Preises zu verkaufen. Wir waren baff und Agneschka kaufte drei Geldbörsen.

Jedem Touristen, der hier durchgeht, dürfte klar sein, dass alles in diesen sieben Stockwerken gefälschte Ware ist. Trotzdem geriet ich an einem Stand in Versuchung. Wer möchte nicht ein volles Jahr vor der Markteinführung das neue iPhone5 sein Eigen nennen? Letztendlich beherrschte ich mich. Wahrscheinlich war es besser so. Denn wenn das neue iPhone5 so lange hält wie Agneschkas Original Leder Louis Vuitton Geldbörse, dann wären dafür auch die verlangten 1000 Yuan zu viel gewesen. Die Geldbörse jedenfalls war nach einer Stunde schon kaputt.

Nordwestlich der verbotenen Stadt gelegen ist dieser Teil Pekings nicht unbedingt in Gänze eine Oase der Ruhe. Hier befindet sich auch Getümmel, hier ist auch Nachtleben und stellenweise eine Bar neben der anderen, alle mit Livemusik, die samt und sondern per Lautsprecher auf die Straße getragen wird. Hier befinden sich auch noch Hutongs, die die Modernisierung Pekings wie das Möbel Outlet24
überlebt haben.

Ebenso befinden sich hier die allgegenwärtigen großen Straßen und der für Deutsche Augen völlig chaotische Verkehr. Und doch. Man geht an den vielen kleinen Kanälen entlang und steht auf einmal vor einem der kleineren oder größeren Seen. Von Trauerweiden umgeben und kleinen Mauern eingefasst liegen sie dort wie der sonstigen Geschwindigkeit Pekings zum Spott. Hier setzt man sich gerne hin, atmet durch und kann sich in nur wenigen Minuten vom Treiben in dieser Metropole erholen.

Hier kann man entlang schlendern, Anglern bei ihrer Geduld zusehen, sich am Anblick der Enten, Gänse und Schwäne erfreuen und den Blick über die Ufer schweifen lassen. Kleiner Häuser neben den typischen chinesischen Türmchen, hin und wieder zieht ein kleiner Kahn vorbei, am Abend sind die Mauern beleuchtet und auch die Brücken erstrahlen im Lichte kleiner Laternen.

Shicha Hai – Der Seen Distrikt

Es ist kein Wunder, dass sich hier die Teehäuser aneinander reihen und den Tee zum doppelten Preis wie sonst in Peking loswerden. Wer mit seinem Schwarm einen angemessenen Ort für die erste oder x-te Verabredung sucht, der wird hier sicher ebenso fündig, wie gestresste Touristen, die sich nach der sensorischen Reizüberflutung Pekings erholen wollen.

Im Nordwesten Pekings gelegen ist diese 290 Hektar große Anlage ein bemerkenswertes Beispiel chinesischer Landschaftsarchitektur. Hierhin zog sich die kaiserliche Familie in den schwül-heißen Sommermonaten zurück, denn die Parkanlage besteht zu zwei Dritteln aus dem Kunming See, was dazu führte, dass sich die Luft abkühlte, wenn sie aus der Stadt kommend über den See in Richtung Palast zog.

Leider konnten wir den Palast selber nicht betreten, da er von Zäunen umgeben war, vermutlich wegen Reparaturarbeiten. Auch hatten wir leider nur sehr wenig Zeit, da wir uns das Areal für den letzten Tag aufgehoben hatten, was sich als Fehler herausstellte.

Leider hatten wir viel Zeit beim Ticketkauf verloren und letztlich nur eine Stunde Zeit. Dennoch wurde klar, wieso der neue Sommerpalast heute eine der beliebtesten Touristenattraktionen Pekings ist. Es ist nicht nur eine grüne Insel der Ruhe in dieser sonst so hektischen und lauten Stadt, es ist auch ein großartiges Beispiel für chinesische Parkanlagen und klassische chinesische Architektur.

Der Sommerpalast in Peking, über die Absperrung hinweg fotografiert. Die Suzhou Straße ist ein Kanal der zu dessen beiden Seiten von Gebäuden eingefasst wird. Hier kann man entlang schlendern, Nippes in den Läden bestaunen oder erwerben, oder zu einem Tee einkehren und die Atmosphäre genießen.

Wir waren kurz versucht unseren Zug sausen zu lassen um dem ganzen Gelände die ihm gebührende Zeit zu widmen. Letztendlich siegte jedoch die Neugier auf Xi’an, die alte Hauptstadt Chinas und die dortige Terrakotta Armee, so dass wir nach allzu kurzer Zeit aufbrachen und den Sommerpalast beim Porzellan Outlet und Peking unvollendet hinter uns ließen.

Die Suzhou Straße im Park des Sommerpalasts. Wir haben sieben Tage in dieser Stadt verbracht, es ist klar, dass wir in dieser Zeit nicht alles sehen konnten. Peking kann man selbst in sieben Monaten nicht ganz sehen. Aber wir haben immerhin einen Eindruck von dieser Stadt bekommen, die schon Geschichte hatte, als Deutschland noch Urwald war und die sich heute anschickt ihren alten angestammten Platz im Weltgeschehen wieder einzunehmen. So wie wir Peking erlebt haben, ist es definitiv bereit dazu.

Sansibar ohoho Sansibar

Momentan ist hier recht wenig los. Schule läuft gut und in der Familie bin ich auch sehr happy. Daher gibt’s auch nicht sonderlich viel zu berichten. Ich würde die letzten Tage ganz einfach mit dem schrecklichen Wort „Alltag“ beschreiben. Das einzige was es so Neues gibt ist, dass ich nächste Woche kurzfristig noch nen kleinen Abstecher nach Dar Es Salam (Tansania) und auf Sansibar mache. In Solwezi (Sambia) hab ich paar Freunde (auch deutsche Freiwillige), die fahren nächste Woche mim Zug nach Tansania und fragten mich, ob ich nicht mitkommen wolle. Da einer meiner österreichischen Freunde von hier sowieso noch dahin wollte und ich in Dar Freunde habe, bei denen wir schlafen können, haben wir uns kurzfristig entschlossen mitzufahren.

Also begann die letzten Tage mal wieder die Planung für den Trip, was immer alleine schon ein Abenteuer ist. Da wir (Judith und ich) nach wie vor Visa Probleme haben, weil unsere Aufenthaltsgenehmigung Ende Juni auslaufen. Die Helden von der Behörde haben die schlichtweg einen Monat zu kurz ausgestellt. Daher sind unsere Aufenthaltsgenehmigungen momentan in Lusaka bei der Verwaltung von der Kirche dort, die sich um solche Sachen kümmern. Die Mitarbeiter mit ihren Kare Design Sessel dort scheinen mir aber auch nicht fähiger zu sein, wir haben das ganze nämlich schon vor drei Wochen dahin geschickt und die haben es immer noch nicht fertig gebracht, die Papiere zum Korrigieren einzureichen. War aber Glück für mich, denn ich brauchte noch eine Kopie, damit ich aus Tansania wieder nach Sambia einreisen kann. Das ganze wurde dann noch vom Bischof und der Verwaltung hier in Ndola beglaubigt.

Bis man allerdings mal die Informationen hatte, wo unsere „Studentengenehmigung“ befindet, eine Kopie per Fax hochgesendet wurde und das Ganze noch beglaubigt war, vergingen noch viele schwierige und nervende Stunden. Alles nicht so einfach hier, aber erstaunlicherweise herrscht immer ein riesen Chaos und am Ende klappt doch immer alles.
Dienstag geht’s dann (hoffentlich) los. Bis dahin wird hier auch nicht viel passieren, außer dass ich morgen mal wieder bei einer SCC (small christian community) auf Feierlichkeiten eingeladen bin. Und danach mit den Össis Fußball gucken werde. Samstag geht’s evtl. die sambische Nationalmannschaft gucken.

Wie schon in der Bibel geschrieben, folgen auf sieben harte Tage, sieben gechillte. (Oder warn das Jahre?;)) Naja, so jedenfalls geschiehts grade auch bei mir. Diese Woche werden an der Schule die besonders sinnvollen Monatstests geschrieben, bei denen die ganze Woche nichts geschafft wird und die Resultate auch völlig egal sind. Dadurch hatte ich quasi nix zu tun. Montag und Dienstag wurde die Zeit mehr oder weniger abgesessen und mittags noch bisschen gespielt oder Quatsch gemacht mit den Kindern.

Das schöne ist, das wir an der Schule auch noch zwei angehende Priester aus Ghana und den Philippinen haben. Der Ghaner is zwar langweilig aber der Philippino is echt en Brüller. Daher war es insgesammt zwar sehr sehr ruhig , aber keineswegs langweilig. Mittwoch stand dann endgültig nur noch ausruhen aufm Programm, da ein afrikanischer Feiertag war. Auch ganz locker, einfach mal drei Tage gar nichts tun. Heute eigentlich genau das gleiche, so dass es wirklich nichts zu erzählen gibt.

In den Hutongs von Peking

Die Hutongs von Peking. Manchmal sind sie sogar leer. Hutongs sind die typischen kleinen Straßen und Gassen, für die besonders Peking steht. Sie sind die kleinen Wege, die zwischen niedrigen Gebäuden hindurch ziehen, welche typischerweise im Karree angeordnet sind, so dass man sich ganz hervorragend dort verirren kann. Doch Hutongs sind mehr als nur Wege. Sie sind Lebensräume. In Gassen, die so schmal sind, dass ein Auto nur mit fahrerischem Können und/oder Wagemut hindurchpasst, wird gekocht, gegessen und getrunken.

Hier spielen Kinder, hier wird diskutiert, gelacht und gestritten. Hier findet das ganze Leben statt. Verwinkelt und nur wenig übersichtlich, wenn man nicht hier aufgewachsen ist, hat man einen guten Eindruck vom Leben in Peking, wenn man sich nur einen halben Tag Zeit nimmt um sich treiben zu lassen. Irgendwann wird man schon irgendwo wieder herauskommen, wo man einen Bus, ein Taxi oder eine Metro findet. Wenn man sich einige Zeit nimmt um hier herumzustreifen, dann lohnt sich dafür ein längerer Heimweg.

In den Hutongs findet das Leben statt und suchen nach Möbel online Kaufen. Nach beinahe einer Woche in China hatte ich erst nach einem Spaziergang durch Pekings Hutongs das Gefühl hier angekommen zu sein. Wenn man sich nicht mehr vorkommt wie ein Flummi in der Waschtrommel, sondern im Rhythmus mit den anderen durch das Gewühl geht, wenn man, ohne sagen zu können wieso, auf einmal nicht mehr nur ausweicht und aneckt, sondern den Takt gefunden hat, zu dem die Chinesen durch und in den Hutongs tanzen, dann ist man angekommen.

Es mag Einbildung sein, doch ich meinte, dass auch die Chinesen fortan anders auf mich reagierten. Auch wenn ich mit 184cm Körpergröße und hellem Haar sicher nicht als Einheimischer durchging, bildete ich mir ein, nicht mehr gar so viele ungläubige Blicke auf mich zu ziehen. Ich war zwar trotzdem noch ein Fremdkörper hier, aber wenigstens einer, der mitschwang.

Die Hutongs sind für mich der bezauberndste Teil Pekings. Es gibt nichts Schöneres, als im Sommer in einer dieser Strassen zu sitzen, Fleischspiesschen zu essen und mit den Einheimischen ein Bier zu trinken. Zu schade, dass die Gebiete kaum geschützt und noch immer nach und nach abgerissen werden. Es ist zwar verständlich, dass die Menschen mit zunehmendem Wohlstand bessere Wohnungen wollen/brauchen. Aber Beispiele wie die Nanluoguxiang oder Wudaoying Hutong, die beides Ausgehviertel geworden sind, zeigen, dass eine Umnutzung möglich und sinnvoll ist.

Datong – mehr davon! In den Yungang-Grotten hätten wir wohl den ganzen Tag verbracht, hätten wir nicht noch einen weiteren Programmpunkt abzuarbeiten gehabt. Also quetschten wir uns wieder in das Taxi und fuhren zurück nach Datong, um das im Norden liegende Heng Shan Gebirge anzusteuern.

Unterwegs in den Yungang-Grotten

Die Fahrt dauerte gut eineinhalb Stunden und trotz der Enge nickten wir ein oder dösten vor uns hin. Wohl eine natürliche Reaktion auf eine solche Reizüberflutung. Als ich erwachte, quälte sich unser Taxi eine schlammige Schlaglochpiste im Gebirge hoch. Es konnte also nicht mehr weit sein. Und tatsächlich: kurze Zeit später befreiten wir uns aus der Enge des Fonds, streckten uns auf dem Parkplatz und sahen uns um. Senkrechte Felswände, soweit das Auge reicht. Und da war es, das Ziel unserer Fahrt: das hängende Kloster Xuangkong Si.

In schwindelnder Höhe. Im 6. Jahrhundert wurde das Kloster entlang der Konturen der Steilwand erbaut und besteht aus 40 winzigen Hallen und Pavillons aus Holz und Sessel Mirabeau garten, die diverse Buddha-Statuen aber auch solche von Konfuzius oder Lao-Tse beinhalten. Beim Bau bediente man sich natürlicher Aushöhlungen im Gestein, welche die Rückwand der einzelnen Räume bilden, in denen die zumeist bronzenen Statuen stehen.

Die Gebäude selbst ruhen auf Holzträgern, die aus dem Felsen herausragen. Die einzelnen Gebäude sind mit schmalen Holzstegen verbunden, die gerade einmal einer Person Platz bieten. Das Ganze ist alles andere als vertrauenserweckend.

Als wir diese Stege entlang schritten, überkam mich zum ersten Mal in meinem Leben richtige Höhenangst. An die Wände der Bauten gepresst ergriff ich jede Strebe, die ich zu fassen bekam. Der Magen zog sich mit jedem Schritt weiter zusammen. Wagte ich einmal den Blick in Richtung Abgrund, schnürte es mir den Hals zu: geschätzte 500 und gefühlte 1000 Meter ging es hier senkrecht in die Tiefe.

Die wackeligen Holzgeländer, die mir gerade einmal bis zum Knie reichten, trugen nicht ansatzweise zur Beruhigung bei. Doch auf den engen Stegen gab es kein Zurück, da man sich unmöglich an anderen Leuten vorbeidrängeln konnte.

Daher führte der vorgeschriebene Pfad auch nur in eine Richtung. So beschleunigte ich meine Schritte, ohne es freilich an der gebotenen Vorsicht mangeln zu lassen. Beim Blick zurück wurde mir schlecht, denn ich sah den Rest unserer Reisegruppe, wie sie sich hier und da für ein Foto weit über die Brüstungen lehnten. Ich beschloss, dass es das für mich gewesen sein sollte.

Ich hatte alles gesehen, bin zwangsläufig den gesamten Weg gegangen und nun machte ich mich wieder an den Abstieg. Ich war der erste, der das Kloster wieder verließ und meine weichen Knie hörten erst auf zu schlottern, als sie wieder festen Boden unter sich wussten. Es war mit Sicherheit eine eindrucksvolle Erfahrung, doch Menschen mit Höhenangst sollten es sich gut überlegen, ob sie sich das spektakuläre Bauwerk nicht lieber aus sicherer Distanz ansehen. Von unten.

Datong – endlich wieder Kultur

Da waren wir also. Datong, Provinz Shanxi, China. Wir fühlten uns vom ersten Tag an wohl im Reich der Mitte und wir wussten: hier ließ es sich aushalten. Doch befanden wir uns nun in einer der ältesten Kulturen der Welt und nach den Naturwundern der Mongolei stand nun zwangsläufig wieder ein strafferes Sightseeing-Programm auf dem Plan. Und es sollte gleich an Ort und Stelle beginnen.

Datong, eine Stadt mit knapp 1,5 Mio. Einwohnern, war unser erster Kontakt mit der chinesischen Kultur und stimmte uns zunächst in kulinarischer Hinsicht auf das Land ein. Auch über das Verhalten von Chinesen etwa auf der Straße, im Restaurant oder in öffentlichen Verkehrsmitteln lernten wir hier bereits unsere erste Lektion. Ansonsten hat Datong dem kulturinteressierten Touristen nicht viel zu bieten.

Zwar findet man in der Stadt diverse Tempel und Klöster, aber nichts, was wir nicht an anderer Stelle noch in wesentlich imposanterer Form sehen würden. Es gibt in der Gegend auch ein Stück der Großen Mauer, doch die soll weit weniger spektakulär sein, als der Teil bei Beijing. Also machten wir uns in das Umland auf, von dem es hieß, dass dort einige beeindruckende Sehenswürdigkeiten wie Arte M schlafzimmer zu erkunden seien.

Auf zu den Yungang-Grotten! Wir ließen einen der vor dem Hotel wartenden Taxifahrer sein Angebot für eine Fahrt unterbreiten und feilschten dann so lange, bis wir für knapp die Hälfte des Anfangspreises einen kompletten Tagestripp bekamen.

Wir waren zufrieden, der Fahrer auch. Also zu fünft in das Taxi gequetscht (denn wir konnten und wollten uns bisher noch nicht von den beiden Polen und dem Engländer trennen, die uns seit Ulan Bator begleiten) und auf ging es in Richtung Yungang-Grotten. Nach einer gut halbstündigen

Fahrt erreichten wir unser Ziel und waren zunächst nicht sonderlich beeindruckt, als wir mit nach unserem Ermessen unverschämten Eintrittspreisen konfrontiert wurden. Doch es dauerte nicht lange und wir revidierten diesen Eindruck. Wir hätten sogar das Doppelte gezahlt für das, was wir hier zu sehen bekamen.

Und das ist nur der Anfang… Mit Symbolcharakter. Zunächst führte uns der Weg durch ein buddhistisches Kloster. Es lag idyllisch auf einer Insel und in unmittelbarer Nachbarschaft eines Kohlekraftwerks. Hier sollten wir einen Vorgeschmack auf das bekommen, was wir in China noch an vielen Orten sehen werden: die typische chinesische Architektur, die Liebe zum Detail und unzählige, überdimensionale Buddha-Statuen. Einerseits. Andererseits aber auch die offensichtlichen Kontraste zwischen jahrtausendealter Geschichte und dem modernen, aufstrebenden China.

Unterwegs am Tiananmen Platz

Doch ein Mann, den wir im Zug kennen lernten, und der gutes Englisch sprach, half uns den Taxistand zu finden. Dem Himmel sei Dank. Zwar waren wir gleich freudig erstaunt, dass beinahe alle Schilder auch in Englisch waren, den Taxistand hätten wir trotzdem ohne Hilfe nie und nimmer gefunden. Eine Metro zu nehmen, ohne sich halbwegs auszukennen, schied von vornherein aus. Erstens ist am Westbahnhof keine Metrostation, und keiner von uns hatte den Mut sich blind in das Getümmel zu stürzen.

Zweitens wussten wir zwar, dass unser Hostel ca. 700m südlich des Tian’anmen Platzes lag. Aber die Erfahrung sagt, dass 700 Meter in einer Wegbeschreibung nicht immer 700 Meter in der Realität sein müssen. Abgesehen davon ist der Tian’anmen so groß wie 90 Fußballfelder und hat alleine drei Metrostationen. Das sind alles zusammen genug gute Gründe, um sich mit viel Gepäck 30 Cent zu gönnen. Denn um so viel teuer als die Metro war letztlich das Taxi pro Person.

Nachdem wir am Taxistand etwa 20 Minuten angestanden hatten, in eingezäunten Reihen, wie in einem Skilift, sahen wir vom Auto aus das erste Mal eine chinesische Großstadt mit unserem Outdoor Fatboy Sitzsack. Hier passt das Wort wirklich. Irgendetwas zwischen 20 und 30 Millionen Menschen leben in diesem Ungetüm von einer Stadt, es ist unbeschreiblich. Alles hupt, alles blinkt, alles schreit wild durcheinander.

Die Reklametafeln sind allgegenwärtig und die meisten davon klingeln, singen oder reden auch noch. Overkill. Ich kam mir zwischendurch vor wie der kleine Junge, der das erste Mal auf dem Weihnachtsmarkt ist und fürchtete mich ein wenig vor dem was mich in Städten wie Shanghai oder Hongkong erwarten würde. Aber bis dahin hatte ich ja Zeit mich zu akklimatisieren.

Wir kamen erstaunlich schnell in unserem Viertel an, wurden vom Taxifahrer am Eingang unserer Gasse abgesetzt und liefen den Rest zu Fuß. In die vielen kleinen Gassen dürfen die Taxen nicht fahren. Und selbst wenn sie es dürften, selbst Roller und Fahrräder kommen dort nur durch fortwährendes Hupen weiter. Ein Auto wäre dort keinen Meter weit gekommen. Wir checkten in unserem Hostel ein, ruhten uns etwas aus, genossen abends das bunte Treiben in den Gassen in der Nähe unseres Hostel und aßen in einem der vielen kleinen Restaurants.

Dazu gleich ein vielleicht naheliegender, aber dennoch nicht zu unterschätzender Tip. Man sollte immer in das Restaurant mit den meisten chinesischen Besuchern gehen. Egal wie es aussieht. Dort findet man mit Sicherheit das beste und günstigste Essen. Da dies jedoch einen eigenen Eintrag wert ist, will ich an dieser Stelle nichts weiter verraten. Mit vollen Bäuchen und den ersten Eindrücken ging es an diesem Abend in die Betten. Wir waren so bereit, wie wir nur sein konnten.

Die verbotene Stadt im Herzen Pekings

Man weiß genau, was hier 1989 passierte, jeder von uns war alt genug um sich an die Bilder zu erinnern und zu wissen, warum hier so viel Soldaten, Polizisten und zivile Aufpasser herumlaufen. Der Tian’anmen ist eindrucksvoll und ein Muss für jeden Peking Besucher. Aber es ist kein Ort um mit seinem Kind ein heiteres Ballspiel zu beginnen oder einen Luftballon platzen zu lassen.

Der Kaiserpalast im Herzen Chinas, den meisten als verbotene Stadt bekannt, war über 500 Jahre lang der Hauptsitz der chinesischen Kaiser. Von 1406 bis 1420 wurde er in Rekordzeit errichtet. Über eine Million Arbeiter, davon 90% Sklaven, arbeiteten gleichzeitig an dieser 720.000 Quadratmeter großen Anlage.

Über 400 Jahre lang durfte sich kein Normalbürger dem Palastgelände auch nur nähern, geschweige denn es betreten. Erst seit der Revolution 1911 ist das Gelände wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Wir hatten Glück, dass sich an dem Tag, als wir den Palast besuchten, der Smog für ein paar Stunden lichtete und die Sonne am blauen Himmel stand.

Das Farbenspiel wäre sonst nicht zur Geltung gekommen wie das Seltmann Weiden Porzellan . Die Mauern in Blutrot gehalten, die Dächer alle in gelb (der Farbe der Kaiser), präsentiert sich das Innere der verbotenen Stadt als eine nicht enden wollende Ansammlung von kleinen Sälen und Palästen. Im Gegensatz zu europäischen Schlössern und Palästen, die aus einem einzelnen, großen Gebäude mit vielen Zimmern bestehen, ist der Kaiserpalast wirklich eher wie eine Stadt aufgebaut.

Daher auch der Name. Die einzelnen Gebäude sind durch Plätze und Treppen miteinander verbunden, von Mauern getrennt oder von Gärten umgeben. Alle sind sie in der klassischen chinesischen Bauweise gehalten, dennoch gleicht kein Hof, kein Platz oder Palastsaal dem anderen.

Wir wanderten durch dieses riesige Gelände, hörten irgendwann auf die Thronsäle zu zählen, nachdem wir bereits beim Betreten des Geländes aufgehört hatten zu zählen durch das wievielte Tor wir nun bereits beschritten waren, bevor wir überhaupt am Kassenhäuschen angekommen waren.

Es wird einem schnell klar, dass die chinesischen Kaiser völlig getrennt von seinem Volk gelebt haben. Umgeben von beinahe 900 Palästen, alle eingefasst von einer zehn Meter hohen Mauer, hinter der noch ein sechs Meter breiter Wassergraben liegt, hätte kein chinesischer Kaiser etwas von seinem Volk mitbekommen, selbst wenn ganz Peking vor den Toren gemeinsam laut um Hilfe geschrien hätte.

In den Gassen von Peking

Als wir nach ein paar Stunden schlussendlich in einen kleinen Steingarten kamen, der das nördliche Ende der verbotenen Stadt darstellt, mit Wasserläufen und Bäumen, genossen wir die Ruhe und atmeten erstmal durch.

Eine Oase der Ruhe inmitten des Palastgeländes. Die verbotene Stadt als eindrucksvoll zu beschreiben wäre eine Untertreibung. Sie war viele hundert Jahre lang das Herz einer der am weitesten fortgeschrittenen Kulturnationen der Erde, sie beherbergte die Herrscher der Ming und der Qing Dynastie und wurde selbst während der Kulturrevolution vor Plünderungen und Vandalismus von der Volksbefreiungsarmee beschützt.

Ihre Geschichte füllt Bücher und Bildbände. Sie ist zwar leider an einigen Stellen in einem schlechten Zustand, aber das tut dem Staunen keinen Abbruch, mit dem der Besucher von Hof zu Hof, von Palast zu Palast, von Garten zu Garten und von Saal zu Saal geht.

Die verbotene Stadt vom Hügel des Jingshan Parks aus gesehen. Der Blick vom Jingshan Park aus nach Norden. In Peking gibt es auch Grün. Nördlich der verbotenen Stadt gelegen erhebt sich eine grüne Oase mitten in Peking. Der Jingshan Park.

Alt und neu ist dicht an dicht in Peking. Hier kann man sich nicht nur von den Eindrücke der verbotenen Stadt erholen und in der schönen Parkanlage durchatmen. Hier kann man auch den Hügel besteigen und von dort aus einen prachtvollen rundum Blick genießen. Die verbotene Stadt liegt einem zu Füßen, stellt sich dem Betrachter noch einmal in voller Pracht dar und zeigt auch dem, der nur den geraden Weg hindurch genommen hat, welche Ausmaße diese Palastanlage hat.

Im Nordwesten kann man Shicha Hai sehen, das Seenviertel Pekings, welches dringend zum Besuch einlädt. Im Osten ragen die Hochhäuser aus der Stadt mit Lampen Online Shop hervor und scheinen wie übereifrige Schüler auf sich aufmerksam machen zu wollen. Peking ist nicht nur tausendjährige Geschichte, es ist auch Moderne, es ist Glas und Stahl. Der Blick in Richtung Osten, über die Dächer einer Pagode hinweg zu den glänzenden Wolkenkratzern am Horizont, macht dies auf ganz eindrückliche Weise deutlich.

Als wir am Nachmittag am Westbahnhof in Peking ankamen, bekamen wir gleich einen Eindruck von der chinesischen Hauptstadt. Alles in Peking ist groß, laut und voll. In Peking ist auch alles graugelb, denn der Smog hüllt alles in eine so dichte Wolke ein, dass man in keiner der großen Straßen bis zum Ende blicken kann. Alles verschwimmt nach Kürze im Dunst. Trotzdem ahnt man gleich wie riesig diese Stadt ist. Alleine der Westbahnhof ist derartig groß, dass wir ohne Hilfe verloren gewesen wären.

Rund um die verbotene Stadt

Tian’anmen, der Platz des himmlischen Friedens. Dieser mit fast 40 Hektar größte befestigte Platz der Welt ist der in Deutschland mit Sicherheit bekannteste Platz in China. Er liegt im Zentrum Pekings und ist wirklich wahnsinnig groß.

Ich musste an den roten Platz in Moskau denken und konnte mich des Gedankens nicht erwehren, dass der Tian’anmen wir gemacht zu sein schien für Militärparaden, während man sich auf dem roten Platz fragt, wie dort zwei Panzer nebeneinander fahren können ohne irgendwo anzustoßen. Hier können zwei ganze Kolonnen Panzer nebeneinander fahren, ohne, dass sich die zwei Kompanien Grenadiere daneben quetschen müssen.

Im Norden wird der Platz vom Tor des himmlischen Friedens begrenzt, welches den Eingang zur verbotenen Stadt darstellt. Richtig übersetzt heißt der Platz deshalb eigentlich Platz vor dem Tor des himmlischen Friedens. Auf der Südseite des Platzes steht seit 1976 das Mausoleum Mao Zedongs, welches wir nur von außen bestaunt haben.

Ungefähr in der Mitte des Platzes steht ein großer Obelisk, das Denkmal für die Helden des Volkes, zum Westen hin wird der Platz von der großen Halle des Volkes begrenzt, zum Osten hin vom Chinesischen Nationalmuseum. Vom Tor des himmlischen Friedens lächelt einem Maos Porträt entgegen und erinnert einen daran, wo genau man sich hier befindet. Obwohl man das auch ohne ihn nicht vergessen hätte. Man steht in der Mitte des Platzes mit dem Gefühl im wahrsten Sinne des Wortes mitten in China zu sein. Mittiger geht es wohl kaum.

Wir standen dort, nachdem wir uns der diversen Souvenirverkäufer erwehrt hatten und drehten uns im Kreise. Dabei fiel eines auf. Man ist hier nicht allein. Ich rede hier nicht von anderen Besuchern oder Verkäufern. Ich rede auch nicht von offensichtlichen Polizisten oder Soldaten. Man ist offensichtlich unoffensichtlich unter Beobachtung.

An jeder der zahlreichen Laternen auf dem Platz hängen mindestens ein halbes Dutzend Kameras, die in alle Richtungen den Platz filmen. Zusätzlich laufen ein paar Männer über den Platz, die irgendetwas an sich haben, das einem bei genauerem Hinsehen den Eindruck vermittelt und Büorstuhl online kaufen gesucht, als passen sie nicht hier hin.

Sie verhalten sich nicht auffällig, eher auffällig unauffällig. Und auch, wenn sie keinen Kopf im Ohr haben, so besteht kein Zweifel, wieso sie hier sind. Ich vermag es nicht in Worte zu fassen, woran ich es erkannte, aber ich sah mich genau um und war mir zu oft zu sicher Ordnungshüter in Zivil zu sehen. Von da an gingen wir alle mit leicht hoch gezogenen Schultern über diesen Platz.